Qualzucht

Anfang des neuen Jahrtausends ging ein Aufschrei durch die Mops- und Züchterwelt. Ein neues Schlagwort war gefunden, "die Qualzucht".

Was bedeutet Qualzucht? 
Zitat Wikipedia:"Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden,Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind."

Am 2. Juni 1999 wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ein Gutachten zur Auslegung von §11b TierSchG (Verbot von Qualzüchtungen) veröffentlicht. Darin findet man folgende Definition, wann eine Qualzucht gegeben ist.

Zitat "... bei Wirbeltieren die durch Zucht geförderten oder die geduldeten Merkmalsausprägungen (Form-, Farb-, Leistungs- und Verhaltensmerkmale) zu Minderleistungen bezüglich Selbstaufbau, Selbsterhaltung und Fortpflanzung führen und sich in züchtungsbedingten morphologischen und/oder hysiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern,die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind“.

 In diesem Gutachten findet man auch eine Liste der betroffenen Merkmale des Gutachtens zur Auslegung des Verbotes von Qualzüchtungen.

Unter Punkt 1 Hunde, findet man 13 Merkmale! Davon betreffen genau 2 (Zwei) den Mops!

 1. Brachyurie und Anurie sowie Verkrüppelung der Schwanzwirbelsäule:

Definition: Unterschiedlich ausgeprägte Verkürzung der Schwanzwirbelsäule bis zur Stummelschwänzigkeit, mit oder ohne Verkrüppelung des Schwanzes (Knick-, Korkenzieherschwanz).

Symptomatik: Knick- und Korkenzieherschwanz sowie Verkürzung der Schwanzwirbelsäule tritt häufig mit Missbildungen an weiteren Abschnitten der Wirbelsäule auf (Block-, Schmetterlings- und Keilwirbelbildung, Spina bifida). Folge können Störungen der Bewegungsabläufe der Hintergliedmaßen bis zur Lähmung sein, sowie Harn- und Kot-Inkontinenz. 

Wir filtern hier heraus: Keilwirbelbildung

Anmerkung:Die Keilwirbelbildung ist beim Mops eher selten, trotzdem lassen bereits viele Züchter bei ihren Zuchttieren die Wirbelsäule auf Keilwirbel untersuchen. Im FMC gehört diese Röntgenuntersuchung zu den Pflichtuntersuchungen. In unserer Umfrage „Mopsgesindel“ war kein einziger Fall von Keilwirbelbildung! 

2. Brachyzephalie / Brachygnathie

Definition: Breiter, runder Schädel bis hin zu primatenähnlichem Rundkopf und /oder Verkürzung der Kiefer- und Nasenknochen

Symptomatik: Schwergeburten. Bei Brachyzephalie und Chondrodysplasie Neigung zu Gehirntumoren und Hydrocephalus. Bei höherem Grad der Verzwergung nimmt die Dicke des Schädeldaches ab, verbunden mit persitierenden Fontanellen was zur Schädelverletzungen führen kann. Durch das unproportionierte Wachstum der Schädelknochen werden die Nebenhöhlen verkleinert, es treten Stenosen in den Nasenöffnungen und –gängen auf, der Gaumen wird zu lang und weich. Folge sind Atembeschwerden und Störungen derThermoregulation sowie Schluckbeschwerden. Durch einen ausgeprägten Vorbiss kann auch die Gebissfunktion mangelhaft sein.

Wir filtern hier heraus: Stenosen, zu langer und weicher Gaumen.

Anmerkung: Schwergeburten werden der Rasse Mops sehr gerne angedichtet. Es ist schlichtweg nicht wahr. Jedenfalls nicht wegen der Brachyzephalie. Stenosen und zu langer und weicher Gaumen sind sicher ein Thema beim Mops. 

Man muss die züchterischen Sünden der Vergangenheit ausmerzen. Der FMC ist bemüht, solche Extreme in Zukunft zu vermeiden. Dies bedarf Zeit und wohlüberlegter Zuchtarbeit, sowohl in der Reinzucht als auch bei Versuchen durch Einkreuzung von Fremdrassen. Es muss allen klar sein, dass auch Hybride mit längerer Schnauzenpartie immer noch an den Verformungen im inneren Atmungsbereich zu kämpfen haben können. Niemand kann sie als das Non plus Ultra bezeichnen.